Presseschau 2010

Allgemeine Zeitung vom 09.02.2010

Da kocht der Rosenkohl weich

EISKALTE Alt Gunsenum heizt dem närrischen Dampfkessel
tüchtig ein

Von Erich Michael Lang

Setzt das Gemüse in der Gonsenheimer Turnhalle zum Tiefflug an und alles ruft „Huuch!“ - nicht des Gemüses wegen, sondern als Helau-Ersatz -, dann haben die Eiskalten Brüder wieder die Narrhalla mit ihrer Traditionssitzung „Alt Gunsenum“ fest im Griff. Und die Aktiven um den wie immer ebenso souveränen wie grandiosen Sitzungspräsidenten Andreas Schmitt ließen auch nicht locker. Rund sechs Stunden brodelte es im närrischen Dampfkessel, bis auch der letzte Rosenkohl im Saal weichgekocht war. Die Eiskalten bewiesen ein sicheres Händchen für eine exzellent ausgefeilte Stimmungskurve, konnten sie doch auch aus den vierfarbbunten Vollen schöpfen. Das Lach-Gewitter wollte sich gar nicht mehr verziehen. Sollte dies der närrische Anlauf für die Jubiläumssitzung im kommenden Jahr gewesen sein, wenn das urwüchsige Sitzungsformat 50. Geburtstag feiert, dann wird gewiss zwischen „Huuch!“ und „Injer“ kein Auge mehr trocken bleiben.

Es sind nicht nur die besondere Atmosphäre und die vielen, schrägen rituellen Eigenheiten, die diese Sitzung aus dem Allerlei der Saalfastnacht hervor heben. Es sind vor allem die vielen, urkomischen Eigengewächse, parodistischen Einfälle und selbstironischen Seitenhiebe, von denen „Alt Gunsenum“ den närrischen Ritterschlag erhält. Gnadenlos komisch Rudi Lukas als „Erdbeerkönigin“. Pfiffig, bunt und musikalisch flott wie immer die „Spinatwachteln“ unter der Leitung von Brigitte Heller-Hummel. Diesmal wurde die feine Wiesbadener Damenwelt auf die Schippe genommen, wie überhaupt Wiesbaden oder Finthen alljährlich immer ihr Fett weg bekommen, einer der vielen Running-Gags, die für den unverwechselbaren Rhythmus dieser Sitzung sorgen.

Faszinierend und mitreißend sind die Ballettnummern. Sowohl der Showtanz des TSC Walldürn wie auch das Hofballett der Eiskalten unter der Leitung von Karin Carra sorgten dafür, dass kein Narr auf seinem Stuhl sitzen blieb. Und wieder ertönten Zugaberufe an diesem späten Nachmittag, die sich ebenfalls wie ein roter Faden durch das Programm ziehen sollten.

Viel Prominenz war im Saal zugegen und traditionell beim Zwischenspiel auch auf der Bühne präsent. Es ging mal wieder drunter und drüber. Köstlich, wie Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel die unglückliche Rolle des Wiesbadeners bedienen musste oder der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christian Baldauf in breitem Pfälzisch für Kaiserslautern warb.

Knochentrocken und absolut treffsicher Markus Schwalbach und Wolfgang Hochhaus aus der St. Jokus Klinik. Kalauer erzählen ist nicht neu, aber die beiden haben durch ihre professionelle Präsentation das Format neu belebt. Dynamisch und mitreißend schließlich auch der musikalisch-rasante Auftritt der Eiskalten Eisbären unter der Leitung von Michael Kulwicki und Christopher Ludwig. Junge, unverbrauchte Stimmen mit viel Akrobatik und frischem Witz: Auch das ist die Zukunft der Eiskalten.

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Rheinzeitung vom 09.02.2010

1:0 - Eilmeldung vom Bruchweg

Sitzung „Alt-Gunsenum“ der Eiskalten Brüder holt Testspiel für Fußball-WM 1954 nach Mainz - Prominente auf der Bühne
Wenn selbst hessische Politiker die närrische Bühne in Mainz betreten, muss es dafür einen Grund geben. Es ist die Sitzung „Alt-Gunsenum“, an der traditionell viel Prominenz aufzulaufen pflegt.

Von Trudy Magin

GONSENHEIM. Mainz, anno 1954. Die Nationalelf wird in Mainz erwartet, sie soll sich vor dem WM-Endspiel mit Mainz 05 messen. Doch der Dödel von Manager hat ein Spiel zwischen Gonsenheim und Mombach organisiert. Alle warten auf die Fritz-Walter-Elf. Und streiten sich darum, wer sie beherbergen darf. Quartiermeister Harald Augter plädiert für Hilton und Hyatt - aber die werden erst in 45 Jahren gebaut. Inzwischen plädiert er an die Meenzer Meedcher, rasch dafür zu sorgen, dass die Väter von Kopp und Tuchel geboren werden. Christian Baldauf und Michael Hartmann haben die Lösung: Die Elf muss in die Palz. „Die Elf muss nach Wiesbaden“, sagt Thorsten Schäfer-Gümbel. Da kann Platzwart Andreas Schmitt nur noch kotzen. Ein Elf-Meter-Schießen ins „tiefer gelegte“ Tor entscheidet: Meenz bleibt Meenz - und das Tohuwabohu löst sich in Wohlgefallen auf.

Alt-Gunsenum am Sonntagnachmittag ist das Fastnachts-Bonbon der Eiskalten Brüder, die Karten gehen weg wie warme Weck. Eigentlich ist die Sitzung eine Reminiszenz an die Wirtshausfastnacht vor 100 Jahren. Wenn der Präsident heute die „heeschere Leit-List“ vorliest, hört sich das an wie ein Extrakt aus „Who ist Who“. Geblieben ist der eiskalte Ruf „Huuch“, der in der ersten Halbzeit das erst 1937 nach Mainz importierte „Helau“ ersetzte. Für Riesenstimmung von Anfang bis zum Schluss sorgen Sitzungspräsident Andreas Schmitt, die „Gunsenumer Bauern“ - als Elferrat getarnte Aktive - und die Bütt- und Bühne-Aktivisten. Das sind hauptsächlich Eigengewächse. Sechs Stunden Programm gehen da rum wie nix, Anzeichen von Erschöpfung werden von der nächsten Lachsalve eliminiert.

Die Politik aufs Korn zu nehmen ist auch bei Alt-Gunsenum erste Pflicht. Das bewältigte Andreas Keim mit Bravour - und Gäste wie Minister Rainer Brüderle (FDP), CDU-Landeschef Christian Baldauf oder OB Jens Beutel (SPD) beeilten sich, betont fröhliche Mienen zu zeigen. Es Geigerfränzje (Klaus Koop) holte den Frohsinn direkt vom Himmel. Die Erdbeerkönigin (Rudi Lukas) - mehr breit, sprich besoffen, als schön - ist keine „von“, sondern „immer zu“ - und traf die Lachmuskeln genauso wie Heinz Eisinger. Der krabbelte weinselig auf die Bühne - in Unterhosen, den Anzug überm Arm. Er muss aber nicht jeden Abend einen trinken gehen, das macht er freiwillig. Klasse Kokolores, dieses Gespräch mit Tochter Meike.

Den Vogel schoss Rudi Hube mit seinem Gonsbach-Radio ab. „Achtung, da kommt eine Eilmeldung“ - und verkündet das 1:0 Ergebnis Mainz 05 - Mönchengladbach. Und er baute die MRZ-Karikatur von Klaus Wilinski vom Samstag in den Vortrag ein: Leute vom ZDF graben auf dem nächtlichen Friedhof Rolf Braun und Ernst Neger wieder aus - für die Fernsehsitzung 2010.
Sie fielen zwar durchs Auswahl-Raster der ZDF-Leute, aber im TV-Saal räumten sie gewaltig ab: Martin Heininger und Christian Schier mit ihrer Fastnachts-Agentur. Ebenso umjubelt: Die Doktoren der Jokus-Klinik mit ihrem Klamauk. Hervorragend auch der Hexentanz des TSC Wallau, die Spuk-Geschichte des Eiskalte-Balletts und das Singspiel der Eisbären - und die Doof Musik mit ihren Paukenschlägen. Die Konfettis setzten den musikalischen Schlusspunkt vor der Pause. Wieder für viele Lacher gut: Das Singspiel der Spinatwachteln, diesmal als Bauersfrauen im Clinch mit drei „Schampus-Zicken“ aus Wiesbaden.

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Allgemeine Zeitung vom 26.01.2010

Lebensfreude und Verbal-Akrobatik

EISKALTE BRÜDER Gelungener Programm-Mix der Prunkfremdensitzung begeistert Publikum

Von Andreas Riechert

Grandios. Manchmal reicht ein einziges Wort, um den Inhalt einer ganz besonderen Fastnachtssitzung prägnant auf den Punkt zu bringen. In der aus allen Nähten platzenden Narrhalla der Turngemeinde Gonsenheim bewiesen die „Eiskalten Brüder“ auf beeindruckende Art und Weise, dass sie ihrem Ruf als eine der tragenden Säulen der Meenzer Fassenacht auch im Jahr 2010 mehr als gerecht werden. Die von energiegeladener Lebensfreude und spitzzüngiger Verbal-Akrobatik getragene große Prunkfremdensitzung ließ beim begeisterten Narrenvolk keinerlei Wünsche offen.

Sollte es noch eines allerletzten Belegs bedurft haben, dass der Gonsenheimer Traditionsverein es immer wieder aufs Neue versteht, seine Anhänger mit einem brillanten Programm-Mix zu verzaubern, so dürfte selbst der kritischste Finther Spargelbauer nach diesem rund sechsstündigen Feuerwerk der „eiskalten“ Leidenschaft verstummt sein. Tänzerische Darbietungen erster Güte, musikalische Beiträge auf höchstem Niveau und eine prominent besetzte Bütt, die alles und jeden nach Herzenslust durch den närrischen Kakao zog, waren Ausdruck eines bunten Abends voller mitreißender Knalleffekte.

Sitzungspräsident Andreas Schmitt, selbst ernanntes „Komitee-Rampenschwein“ und somit Chef der „Bruder Konrad-Stift-Abordnung“, versetzte die Fans der „Eiskalten“ mit seinen famosen Kalauern in Verzückung und verkündete jene entscheidende Nachricht, die im Gunsenumer Saal zu emotionalen Ausnahmezuständen führte. „Wir haben die Straße Richtung Finthen bereits mit Panzersperren versehen, damit aus dieser Richtung heute keine Störungen zu erwarten sind“, frotzelte Schmitt, der auch in seiner Rolle als frecher „Obermessdiener“ auf ganzer Linie überzeugte.

Die Mainzer Hofsänger (Musikalischer Leiter: Michael Christ) unterstrichen ihren legendären Ruf als bester Fastnachtschor der Welt und boten närrisch-musikalisches Entertainment der Spitzenklasse, das vor Ideenreichtum und Ausdrucksstärke nur so sprühte. Etliche Klassiker und aktuelle Elemente fügten sich zu einer faszinierenden Einheit und zogen die Närrinnen und Narrhallesen in ihren Bann. Während Troubadour Thorsten Ranzenberger das Publikum mit auf eine Reise voller fassenachtlicher Highlights nahm, referierte „Weinprinzessin“ Sabine Pelz in atemberaubenden Reim-Salven über ihr Leben als lästernde Majestät und hatte dabei allerhand Weisheiten parat. „Trägt der Winzer nasse Socke, hängt der Fußpilz meist am Korke“, gab „Ihre Durchtriebenheit II.“ dem johlenden Auditorium mit auf den Weg.

Protokoller Andreas Keim legte bei seiner erfrischenden Premiere in der „Eiskalten"-Bütt den Finger in so manche gesellschaftliche und politische Wunde und ließ auch auch die Eskapaden von OB Beutel und das Wohnbau-Desaster nicht unkommentiert.

Dass die „Eiskalten Brüder“ sich um ihren Nachwuchs wahrlich keine Sorgen zu machen brauchen, demonstrierten derweil „Die Eisbären“, die auf ihrer abenteuerlichen Bahnfahrt von Berlin bis ins goldische Meenz sogar das Herz des Kölner Prinzenpaars für sich gewinnen konnten und der holden Narrenschar dynamische Melodien, gepaart mit ansteckendem Frohsinn, servierten.

Bewährte Stimmungsgranaten der „Eiskalten"-Fassenacht wie „Es Heinzje“ (Heinz Eisinger) oder „Es Geiger Fränzje“ (Klaus Koop) trugen ebenso zur ausgelassenen Heiterkeit bei wie auch das herausragende Gardeballett der Mannheimer Carnevalgesellschaft „Feuerio“ (Leitung: Karin Reichelt und Sabine Schwendemann) mit seiner fesselnden Interpretation des Märchens „Dornröschen“ nachhaltigen Eindruck hinterließ.

Jürgen Dietz sorgte für einen rhetorisch geschliffenen Glanzpunkt und setzte als „Bote vom Bundestag“ neue Maßstäbe. Die pointiert vorgetragenen Sticheleien des MCV-Programmchefs ("Die ganze Politik ein charmeloser Swingerclub") dürften den Granden der Berliner Republik noch lange schlaflose Nächte bereiten. Eine grandiose Sitzung eben.

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Mainzer Rhein-Zeitung vom 26.01.2010

Ein eiskalter Winter für die Finther

Fünfte Prunkfremdenzusammenkunft der gleichnamigen Gonsenheimer Brüder sorgte für sechsstündige, grandiose Kurzweil
Feiner Polit-Kokolores, grandioser Tanz und Gesang: Die fünfte Prunkfremdensitzung der Eiskalten Brüder erweist sich als Mordsgaudi und Riesenspaß.

Von Jochen Dietz

GONSENHEIM. Sie kommen von ganz hinten, aus Wiesbaden und F.... Genau. Wenn die Eiskalten Brüder und vorneweg ihr närrischer Kampfklops, wortgewaltiger Zepterschwinger und selbst ernannte Rampensau Andreas Schmitt rufen, dann kommen sogar Minderheiten aus dem Hessischen und vom Spargelberg. Eine fulminante Sitzung legten die Eiskalten da hin. Sie sind auch in Übung. Es war bereits die Fünfte. Und da wurde nicht nur wieder viel vom großen Gonsenheimer Herz für die Lieblingsnachbarn im Westen gezeigt, es gab auch immer wieder Anlässe für johlendes Applaudieren im Stehen.

Als neuer Protokoller machte Andreas Keim eine hervorragende Figur und riet, doch Kardinal Lehmann zum Wohnbau-Chef zu machen, um Mainz zu retten. Überlegenswert. Ein Glanzlicht war das Zwiegespräch aus Politisch-Literarisch und Kokolorisch, serviert von Rudi Lukas und Guido Heddergott: Ritter vom Bundestag kontra schlachtfreudigen und schlappmäuligen Metzger. „Lieber vollgesoffen bei den Eiskalten rausfliegen, als nüchtern in Finthen in der Spargelfurch“ liegen“, wurde da gereimt. Hohoho, was ein Spaß! Als jämmerliches Weichei und weinerlicher Warmduscher kam Michael Müller daher. Na, immerhin hat er uffgemuckt und sich inzwischen im Weichei-Beratungswesen profiliert. Vom Rekonvaleszenten und EKB-Urgestein Heinzje Eisinger, erfuhr die Menge, dass man von Wasser als Getränk nicht stirbt, es aber auch nicht zur Genesung beiträgt. Uiuiuiuiuiuiui. . .

Famos wird es, wenn Andreas Schmitt als Obermessdiener selber in die Bütt steigt. Sensationell - auch wenn man den Eindruck hat, dass er ob seines inneren humoristischen Überdrucks jeden Moment platzt. Das war allemal einen MRZ-Orden wert. Und dass das letzte funktionierende Kettenfahrzeug der Bundeswehr Scharpings Fahrrad war und uns bei 80 Milliarden Neuverschuldung sogar die Asylbewerber davonlaufen, hatte der Bote vom Bundestag namens Jürgen Dietz für die fröhlichen Bundesbürger in der Gonsenheimer Narrhalla im Gepäck. Singen, tanzen, schauspielern und saufen: Das macht eine echte Weinprinzessin aus. Und das hat Sabine Pelz auch bestens drauf. Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen. Recht hat"se, und das Publikum ließ sich nicht lange bitten.

Auf die Ohren gab es mächtig vom Musikzug der Grenadiergarde unter Leitung von Horst Lukas und Wolfhang Becker mit seinen Synkopers, und sogar das Komitee sang. Es erwies sich also gar nicht als „Abordnung vom Bruder Konrad-Stift“ und „einzige Lebendbalsamierung der Meenzer Fassenacht“, wie der Schmitt immer wieder seinen vermeintlich scheintoten Bühnenkumpels zustänkerte. Im Gegenteil: Die Komiteeter nahmen durchaus sicht- und hörbar an dieser karnevalistischen Zusammenkunft teil. Und für Ohren und Augen gab es getanzte, märchenhafte Fassenacht unter anderem vom EKB-Hofballett des TSV Schott unter Leitung von Karin Carra, Geigerfränzje alias Klaus Koop, Torsten Ranzenberger, Edgar Strack, den Tanzmäusen und natürlich den Eisbären, sozusagen der Jugendorganisation der coolen Gunsenumer Brüder.

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