Presseschau 2012

Mainzer Rhein-Zeitung vom 14.02.2012

Wo der gemeine Finther gar nix zu lachen hat

Alt Gunsenum Legendäres Zwischenspiel der Eiskalten Brüder
wird zu einem Glanzlicht der Kampagne

Von unserem Redakteur Jochen Dietz

Gunsenum.  „Da hocke' zwar die Auserkorne', kabier'n duns nur die Eingeborne“ : So reimt der närrische Kampfklops Andreas Schmitt bei der 50. Eiskalten-Insider-Sitzung  „Alt Gunsenum“. Und recht hat er. Allein schon angesichts des Promi- und sonstigen Staraufgebots am Sonntagnachmittag in der großen Turnhalle, das sich nicht nur das legendäre  „Zwischenspiel“  der Eiskalten anguckt, sondern teilweise auch selber mitmacht. So viele bekennende Ur-Gunsenumer kann's gar nicht geben.

Die Zeitreise geht zurück in eine außerordentliche Ortsbeiratssitzung anno 1961 – mit Landesvater Kurt Beck als Regierungsvertreter, Andreas Schmitt als Ortsvorsteher, Bürgermeister Günter Beck als OB Franz Stein, Ortsvorsteherin Sabine Flegel als  „Gewitterhex“. Auf der Tagesordnung steht das Eiskalte-Begehren, gegen alle schnöseligen  „Hochsaascher“ -GCV-Schnorreswackler-Widerstände eine echte Gunsenumer Sitzung zu etablieren. Der absolute Clou gelingt den Eiskalten dabei mit dem Auftritt der Fassenachtslegende Herbert Bonewitz als Prinz Bibi. Schmitt und Bonewitz haben das bereits ab Herbst ausbaldowert,  „un kä Sau hot's gemerkt“, wie sich der dicke Zepterschwinger diebisch freut. Und dem betagten  „Bibi“, der da von der Finther Feuerwehr auf die Bühne gerollt wird, macht die Rückkehr vors närrische Publikum sichtlich Laune. Der  „165-jährige Bibi“  gibt sich tatterig, lästert aber umso kräftiger über die Fernsehsitzung ab.  „Bleibt auch in Zukunft närrisch froh, Alt Gunsenum, macht weiter so“, verkündet er schließlich, bevor er sich wieder selbst archiviert. Applaus im Stehen vom erstaunten wie entzückten Publikum.

Gar liebevoll geht Protokoller Andreas Keim mit den OB-Kandidaten um. Und der Grünen-Beck als ständiger OB-Vertreter und Stadtordenverleiher hat Heimspiel, wenngleich die traditionelle Eiskalten-Klientel unverdächtig ist, zu seinem unmittelbaren Fanclub zu gehören. Dabei steht Alt Gunsenum stets im Zeichen von frischem Grün, nicht nur in den Körbchen der  „Spinatwachteln“  oder den Auslagen von Markbeschicker Rudi Hube. Der Gunsenumer OB-Kandidat wird angesichts seines für ihn selbst unerwarteten Erfolgs tatsächlich mit feuchten Augen gesehen... Da lässt es sich der letzte aufrechte Freidemokrat, der eiskalte Bruder Rainer Brüderle, im Pausenempfang nicht nehmen, ihm mit  „Lieber ein Häuschen im Grünen, als einen Grünen im Haus“  einen mitzugeben. Es sei dem letzten aufrechten Gelben gegönnt.

Wer bei Alt Gunsenum freilich gar nix zu lachen hat, ist der gemeine wie höhere Finther, der auch mal als  „Alien in Gunsenum“  besungen wird, frei nach  „Englishman in New York“. Tapfer ertragen das Bergdorf-Vormann Herbert Schäfer mitsamt seinen Feuerwehrmannen und vermutlich vielen weiteren Menschen aus dem Westen im Saal, die jedoch weitgehend unerkannt bleiben.

Davon, dass das Hofballett des TSV Schott auch ein Glanzlicht war, wird sich übrigens jeder am Freitag in der Fernsehsitzung  „Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht“  überzeugen können.

Nach oben

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 14.02.2012

Rock´n roll in „Gunsenum“

EISKALTE BRÜDER Standing Ovations für
Herbert Bonewitz als „Prinz Bibi“

Von Sabine Posse

Mainz. Zum 50-jährigen Sitzungsjubiläum lassen es die Eiskalten Brüder so richtig krachen. Mit einem gewaltigen, dreifachen „huuuch“ begrüßt Komiteeter Hans Walter Sans in der Gonsenheimer Turnhalle 700 Närrinnen und Narrhallesen. Diese legen feierlich den närrischen Eid ab, schließlich ist bei der Traditionssitzung „Alt Gunsenum“ alles „anderster als bei aaner Fremdensitzung“, wie Sitzungspräsident Andreas Schmitt unmissverständlich klarstellt. So greift auch Andreas Keim als „Chef vom Protokoll“ lieb gewonnene Frotzeleien zwischen den Stadtteilen auf: „Da ist ein Trupp aus Finthen hinten im Saal...“. Und auch das Vater-Sohn-Duo „Paco & Paco“ alias Gerhardt und Christian Carra, besingt mit „ist ein Alien, ist ein Finther in Gunsenum“ die „Außerirdischen“.

„De Karl Heinz begrieest die heeschere Herrn“, Pit Rösch singt mit Frank Brunswig alias „Casandra Duvall“. Mit Rettungsregenschirm in der Bütt nimmt Dr. Patricia Lowin Gepflogenheiten aus dem Land der „Drachmentöter“ ins närrische Visier. „Griechisches Grillen ist Grillen ohne Kohle“, erklärt sie als Patras, Göttin des Ziegenkäses und der Molkereiprodukte, und setzt noch gleich einen Abstecher nach Mainz zu Jens Beutel drauf: Der habe zu viel Laub im Garten.

Jeans und Lederjacken, schwingende Petticoats, Twist und Rock`n roll - mit einem kunterbunten Potpourri aus dem Musical „Grease“, einer Hommage an die 60er Jahre, wirbelt die Showtanzgruppe „Fantasy“ vom TSV Schott über die Bühne, direkt in die Herzen des Publikums. Später zeigt das Haus- und Hofballett der Eiskalten Brüder (Leitung: Karin Carra) ein weiteres Mal Akrobatik pur mit seiner eindrucksvollen Bühnenshow „Kampf um Troja“.

„Alles frisch aus Gunsenum“, und auch noch von Kardinal Karl Lehmann persönlich geweiht: Das Zwiegespräch von Rudi und Achim Hube bringt an den Tag, was so alles auf dem „Wochenmarkt am Dom“ passiert. Musikalische Einblicke ins Kinderzimmer geben die „Eisbären“ (Leitung: Christopher Ludwig, Roman Trutzel). Als Playmobile-Figuren, Teddybär, Kickfußballer und Barbiepuppe sucht „das echte Meenzer Spielzeug“ den Clown, doch der ist längst auf dem Rosenmontagszug.

Dann nimmt das „Zwischespiel soin ungeplante Lauf“, die öffentliche Sitzung im „Rathaus Gonsenheim“ ist eröffnet. Als Gäste mit dabei: Dr. Harald Augter, Günter Beck, Ministerpräsident Kurt Beck, Sabine Flegel, Michael Hartmann, Dr. Simone Sanftenberg, Theo Stauder, Prinzessin Moguntia Anna I. und Prinz Carneval Johannes I. sowie Kommunionskinder aus Gonsenheim und Finthen. Der Ehrengast des heiteren Zwischenspiels, Herbert Bonewitz, wird in einer Schubkarre hereingefahren. In seiner einstigen Paraderolle als „Prinz Bibi“ brilliert seine „Tollität“ vor dem Publikum „die Pointen sind von A bis Z downgeloaded aus dem Internet“. Standing Ovations und nicht enden wollender Applaus - sie wollen ihren Herbert Bonewitz einfach nicht von der Bühne lassen. Aber auch die „Komiteemusiker“ halten mit „wir sind nur ein Karnevalsverein“ das Stimmungsbarometer weiter auf dem Siedepunkt. Großes Gejohle im Saal, als Andreas Schmitt von der Bühne seine „Schatzi- Autogrammkarten“ ins närrische Publikum wirft, und vor lauter Elan das Klavier samt Klavierspieler über den Haufen rennt.

Nach gut sechs Stunden Heiterkeit, fetziger Musik und Schunkeln, das krönende Finale der Eiskalten Brüder mit allen Akteuren auf der Bühne.

Nach oben

Mainzer Rhein-Zeitung vom 24.01.2012

Ein Eiskalter Bruder soll Gottschalks Erbe antreten

Fragwürdig Kommt Andreas Schmitt vom Sofa hoch?

Von unserer Mitarbeiterin Helene Braun

Gonsenheim.  „Goldische Eisbärcher“  auf dem Arm der Frauen der Grenadiergarde, dem Babyalter noch nicht richtig entwachsen, die  „klaane Kadettcher“  auf eigenen Füßen, dazu fast die gesamte Grenadiergarde sowie Abordnungen befreundeter Garden und das Kinderballett boten ein Bühnen füllendes prächtiges Bild in der TGM-Halle. Eiskalt abgesahnt hatte der Carnevalsverein  „Eiskalte Brüder“  (EBG) bei seiner vierten Fremdensitzung. Fremde wie Wiesbadener und gar Finther waren ausnahmsweise zugelassen, reicht die geballte Energie des Sitzungspräsidenten Andreas Schmitt für beide Rheinseiten und auch für das Bergvolk aus. Wozu da noch Kraftwerke bauen, wenn ein einzelner Mensch eine über sechsstündige Sitzung und schließlich noch den Schlussvortrag stemmt, und dann immer noch unter Strom steht?

„Schatzi“  im Cocktailkleid
Jetzt haben die Eiskalten in ihrem Schmitt auch noch ein  „Schatzi“  im schwarzen Cocktailkleid, das zwischen den Komiteetern graziös herumhüpft, wenn die zur  „Dorfmusik“  aufspielen, und dazu Autogramme in die Menge wirft. Was schaden da auch ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen, auf die Präses Karlheinz Hummel, der George Clooney der Eiskalten Brüder, süffisant anspielte.  „Ich bin dick und der ist alt, ich kann abnehmen“, konterte Schmitt aus der Mitte des Komitees. Für Protokoller Andreas Keim kommt  „unsern dicke Schmitt“  auch als einziger für eine Gottschalk-Nachfolge infrage,  „nur hoch vom Sofa kimmt der nie“. Kritisch und treffsicher glossierte er die Politik und  „das pralle Leben“.

In Form des Sitzungspräsidenten kam dies daher, hat er mit Schlankheitswahn doch nicht viel im Sinn:  „Die habbe en Knall, der David Beckham und sei derrappelig Schnall'“. Für Mainz 05 hingegen hat der  „Obermessdiener vom Dom“  noch Hoffnung:  „Der Herr schrieb in die Schrift hinein / die letzten werden die ersten sein.“  Rudi Lucas erarbeitete im Zwiegespräch mit Guido Heddergott eine neue Kunstform, den getanzten Vortrag ( „aber wehe, es reimt sich nicht“ ), und begann mit etwas Leichtem, dem  „einfachen Berlusconi“  nach einer italienischen Volksweise. Kein Ding für Rudi Lucas, hat er doch schon getanzt,  „als die Römer noch überlegten, wie se de Woolworth unner de Isis-Tempel schieben“.

Der Bote vom Bundestag, Jürgen Dietz, für den Steuerhinterziehung in Griechenland ein Volkssport ist, und der dachte,  „Wulff geht mit der Zeit“, legt sein Geld lieber in Steuern an. Da weiß er sicher, dass sie steigen.

Mit dem  „Teddy von meinem Daddy“  traute sich auch  „Weichei“  Michael Müller in die Bütt', der der guten alten Zeit nachtrauerte. Damals sei selbst Finthen nicht das gewesen,  „was es nie war.“  Und was ist mit der  „Stehung“  beim GCV? Gibt es dann in der Rheingoldhalle auch eine Liegung und im Schloss gar eine Hängung? Neuling Gerd Emrich, der Frauenversteher, spannte stimmgewaltig den Bogen zwischen Vortrag und Musik.

Furiose Showeinlagen
Zu später Stunde ging Thorsten Ranzenberger gleich mit Gitarre und Gesang in die Vollen, ins  „Fassenachtsfieber“, die  „Eisbären“  überzeugten mit einer Gesangs- und Kostümshow, durch den Abend geleiteten schwungvoll die  „Synkopers“, und das gloriose Finale bestritten die Mainzer Hofsänger. Super engagiert, voller Elan und Rock'n'Roll-betont rissen Paco und Paco, Vater und Sohn Gerhard, und Christian Carra, das Publikum mit. Edgar Strack persiflierte Howard Carpendale.

Das Kinderballett  „Die Tanzmäuse“  tummelte sich mit David Kropp und Hans Walter Sans im Eröffnungsspiel auf dem Rummelplatz. Die großen Schwestern, das Eiskalte Hofballett vom TSV Schott, zeigten sich fantasievoll und akrobatisch wie die Kolleginnen aus Frickhofen mit Garde- und Showtanz.

Nach oben

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 23.01.2012

Wortwitz mit Wirkung

EISKALTE BRÜDER Sitzung überzeugt durch peppige Ballett-Einlagen
und Konzentration aufs Wesentliche

Von Cornelius Persdorf

Der AZ-Jokus geht an das Ballett der Eiskalten Brüder für die synchrone und würdevolle Tanzdarstellung der „Schlacht um Troja“.

MAINZ . „Und ganz besonders eingeladen sind unsere Gäste aus Wiesbaden!“ (Komitee-Mitglied Hans-Walter Sans). Es blieb nicht nur bei dieser einen Kuriosität an diesem Abend auf der Laubenheimer Höhe: Von den Amuse-bouche-Etagèren am Platz über die herausragend gewitzte Eröffnungskapelle, einem in besonderem Sinne klassischen Ballett-Vortrag bis hin zur Würze der Kürze des offiziellen Abends hatte die Sondersitzung des Carnevalvereins der Eiskalten Brüder Gonsenheim einiges an klugen Neuheiten zu bieten.

„Synkopers“ stellen mit Eröffnungsmusik Weichen
Es ist nicht unbedingt bei jeder Fastnachtssitzung augenfällig, aber die Eröffnungsmusik stellt an die Kapelle einen sehr hohen Anspruch: Ohne zündende Texte, ohne komische Verkleidung, ja ohne Blickkontakt das Publikum in närrische Stimmung zu versetzen - und das auch noch zu Beginn des Programms, zu dem gewisse närrische Lebenssäfte noch nicht ihre Wirkung entfaltet hatten. Den „Synkopers“ (Leitung: Wolfgang Becker) gelang mit erfrischend staubfreien Swing- und Samba-Medleys aus Fastnachtsklassikern die Spitzenleistung, immerhin weite Teile der vorderen Hälfte des 250 Köpfe starken Publikums zum Mitklatschen und -schunkeln zu bringen.

Die Königsdisziplin des Bütt-Vortrags, das Protokoll, ist entgegen landläufiger Meinung kein starres Korsett, bei dem nur die Themen variieren, sondern ebenso die Art, zu reimen und vorzutragen, was den wütenden volkstümlichen Appell in Dialekt vom nachdenklichen hochdeutschen Narrativ unterscheidet. Kommiteeter Andreas Keim entschied sich für Letzteres und berücksichtigte damit die sich durchsetzende Einsicht, dass die Fassenacht auch leise Töne braucht: Ruhiges Tempo und regelmäßiges Versmaß verband sich mit prägnanter Kritik und bisweilen bissigen Spott an der Politik („Denn Drogen sollt´ man frei bekommen/Es gibt dann Koks und LSD/ Ich glaub´, Sarah hat´s eingenommen/Denn nur so wird ihr Oskar schee!“). „Paco und Paco“, Gerhard und Sohn Christian Carra, konnten sich auf die Wirkung ihrer Wortwitz-Schlager ebenso verlassen wie auf die Stimmungswucht des Rock´n´Rolls. Wie Vater und Sohn, so Mutter und Tochter: Unter der Leitung von Karin und Simone Carra bot das prämierte EBG-Ballett eine fantastische Tanzvorstellung unter dem Motto „Der Kampf um Troja“, die ihren Höhepunkt in einem durch Hebefiguren gestützten hölzernen Pferd fand. Mit einer drollig verkleideten Toy-Story des Fastnachtjugendchors „Die Eisbären“ endete das Programm, das gerade durch die Beschränkung auf das Wesentliche bestach.

Nach oben

Kontakt 

Name
Straße | Nr.
PLZ | Ort
Telefon
Mail
Betreff
Nachricht







Musikzug
Grenadier-Garde
EisKids
Kartenausschuss
Vorstand
Mitgliederbetreuung
Öffentlichkeitsausschuss
Kontakt
Senden Löschen